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 Auf der Rolltreppe

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lupa
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BeitragThema: Auf der Rolltreppe   Mi 25 Mai 2011, 10:56

Gestern habe ich wieder mal was erlebt, was mich noch im nach hinein Schaudern lässt.


War unterwegs und auf dem Weg zur S-Bahn-Stadion - wieder mal Baustelle - Aufzug gesperrt - musste mit dem Rollador die Rolltreppe benutzen.

Es war eine lange, steil nach unten laufende Rolltreppe, dazu noch sehr eng. Neben dem Gehwagen war noch ca. 20 cm Platz, mehr nicht. Wohl oder Übel musste ich diese Rolltreppe benutzen um zur S-Bahn zu kommen.

Also mit dem Gehwagen auf diese Treppe, Schweiß auf der Stirn, kann mich ja nicht festhalten, benötige beide Hände um den Wagen zu halten, dabei immer ein ungutes Gefühl, hoffentlich ruckelt die Rolltreppe nicht, wegen Gleichgewicht halten.


War ungefähr auf halber Strecke da ging es los:

erst kam ein junger Mann, schimpfte wegen dem Gehwagen, er wolle vorbei und ich würde ihn aufhalten. Er zwängte sich mit Müh und Not vorbei, ich hätte beinahe den Halt verloren, da kam schon der nächste. Das gleiche Spiel. Und noch eine junge Frau die meinte: Gehwagen haben auf so einer Rolltreppe nichts zu suchen und beim Versuch an mir vorbei zu kommen, wäre ich die Treppe samt Gehwagen herunter gepurzelt, hätte mich nicht ein älterer Mann hinter mir am Arm fest gehalten.

Wir mir zu mute war, muss ich wohl nicht beschreiben. Endlich unten angekommen brauchte ich einige Minuten um mich von dem Schock zu erholen. Bin ja einiges gewöhnt, doch dass man selbst auf einer Rolltreppe nicht mehr sicher ist, das war selbst mir neu.

Eines weiß ich jetzt - nie mehr auf eine Rolltreppe nach unten fahren - bei so viel an Rücksichtslosigkeit der Mitmenschen verzichte ich da gerne drauf.

Das soll nicht heißen, dass alle Mitmenschen so sind, beileibe nicht, doch erlebe es immer wieder, dass man als behinderter Mensch nicht gerne gesehen wird, vor allem dann nicht, wenn man "im Wege" steht.

Meine S-Bahn kam, ich rein, dann noch ein Kinderwagen, der Platz an der Türe überfüllt - und wieder wurde ich angerempelt - die Blicke sprachen Bände. Da hatte ich genug von allem.

Blickte um mich, alle starrten woanders hin, doch ich sprach einen jungen Mann an und bat um seinen Sitzplatz um endlich aus der "Schusslinie" zu kommen. Auch weil ich nicht mehr stehen konnte, die Beine schmerzten, ich war bedient. Klappte den Gehwagen zusammen (Alugestell, geht fix) und setzte mich auf den frei gemachten Platz.

Heute habe ich meinen Doc angerufen und den Termin für Nachmittags abgesagt. Er war nicht begeistert, doch eines weiß ich, nie mehr ein Termin wo ich anschließend in den Berufsverkehr komme. Das erlebte soll sich nicht wiederholen.

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